Freitag, 23. April 2010

Das gemeine persische Neubau-Minarett


Der frappante Unterschied zum tuerkischen Neubau-Minarett liegt offensichtlich in der Qualitaet der Ausarbeitung (Wellblech auf der einen, feinste Ornament-Malerei auf der anderen Seite) und ist wohl u.a. begruendet durch die unterschiedlichen Finanzquellen: Waehrend in der Tuerkei private Konsortien fuer die Baukosten aufkommen (jeder Bauer wirft noch einen Teil seiner Ernte ein), klotzt in Persien der islamistische Staat. Das Auge freut's. Es hinterlaesst jedoch auch einen etwas fahlen Nachgeschmack: dasselbe Geld fehlt unweigerlich in der Bildung, im Sozialwesen, oder Aehnlichem. Und so zeigt ein Passant auf die fotografierte Moschee (Bild oben, Kermanshah) mit einer wegwerfenden Handbewegung. Offenbar kann er sich mit ebendiesem Sachverhalt nur wenig identifizieren.
Zu beachten ist auch die hiesige zwei-minarettige Architektur des Schiismus, im Gegensatz zur ein-minarettigen sunnitischen, welche u.a. in der Tuerkei vorherrschend ist.

Freitag, 16. April 2010

Ankunft und Aufbruch im Iran

Lake Orumyieh

Wir sind angekommen im Land, wo nicht an jeder Ecke ein HiSpeed InternetCafe steht (und wenn, dann sind Seiten wie facebook oder youtubegesperrt), wo man nicht ohne Muehe das eigene Handy fuer Auslandgespraechebenutzen kann und ohne speziell registrierter iraner SIM Card nicht einmalInlandgespraeche durchzufuehren sind.

Wir haben uns auf Iran als einen Hoehepunkt unserer Reise gefreut. Riesige karge Landschaften und die Schoenheit der alten islamischen Architektur, die die halbe Welt bedeuten (wird ueber Esfahan gesagt). Aber auch das Interesse an einem Land, das mit seinem politischen System eine Kuriositaet darstellt (die einzige islamistische Republik, die es jegegeben hat) und selber zu erfahren, wie die Menschen darin leben, was sie uns zu berichten haben, wenn ueberhaupt, und vor allem ob ueberhaupt offen berichtet wird.

Kandavan - bewohnte Erdbehausungen nahe Tabriz

Allein das Wort 'Iran' war jedoch immer auch Grund zur Beunruhigung von Eltern und sonstigen Mitmenschen mit elterlicher Besorgnis ueber unserVorhaben. Entsprechend haben wir uns Bedrohungsszenarien ausgemalt: Geltungsbeduerftige iranische Beamte, die den Pass minutenlang studieren, dann irgend etwas unstimmiges feststellen und uns deshalb ausfragen und verhoeren und dann ein Buch in unserem Gepaeck finden, das kritische Toene uebers herrschende Regime beinhaltet und schon ists geschehen..

Natuerlich hatten wir auch ein Verteidigungsdispositiv parat fuer diesen Fall (wahnsinnig freundlich, kooperativ sein und mit viel Sympathie fuer die Islamische Revolution).
Es kam dann auch fast so (Bedrohungsszenario). Wir sind mit dem Nachtzug von Van nach Tabriz eingereist, zusammen mit ein paar hundert der paar Millionen Iraner, die ueber Novruz (Neujahrsferien) ein paar Tage in der relativ freiheitlichenTuerkei verbracht haben. Am tuerkischen Grenzposten, wo hundert unruhige Iraner das Schlangenstehen aufs Groebste missachteten, was seinerseits unweigerlich in Handgreiflichkeiten muenden musste und es auch tat, da fing es im meinem Magen an zu rumoren.

Das letzte Lahmacun begann, seine Verdorbenheit kund zu tun und riss zuerst mich und wenig spaeter auch Lena in die Qualen einer annaehrenden Lebensmittelvergiftung (so benannte ich es zumindest fuer mich im Moment des Selbstmitleides). Dass eine Nachtzugfahrt kombiniert mit den oben beschriebenen koerperlichen Unannehmlichkeiten zu einer Schwaechung der Kraefte und einer entsprechenden Schwaechung der Moral fuehrt, muss wohl nicht weiter erlaeutert werden. Auf jeden fall lag unser Verteidigungsdispositiv darnieder, als der erste Vertreter der Islamischen Grenzwache an dieWC-Tuer polterte und Lena, die darin ihren Kampf mit dem Verdauungstrakt kaempfte, die Tragweite des Polterns nicht erfasste. Auf jeden Fall war das obligate Kopftuch nicht vorhanden und so verletzte Lenas Haarpracht schon bei der ersten Gelegenheit die Regeln des Landes.

nach dem berichteten Schneefall

Ich nutzte dann die zweite Gelegenheit. Da ich mich nach der anstrengenden Nacht kaum auf den Fuessen halten konnte, musste ich mich schon arg zusammennehmen, dass ich moeglichst dem Verteidigungsdispositiv entsprechend auf die Frage des Zollbeamten, der mich als einziger aus demZug in sein Buero bestellte, anwortete: "My name is Benjamin Stocker,Sir." Auf meinem Visum steht, in Farsi, weshalb ich es nicht lesen und bemerken konnte, dass mein Name Abdul Ghani Adhiasar sei.
Und so ward auch eine zweite Regel des Landes verletzt: ungueltiges Visum, und es begann ein Spiessrutenlauf durch etliche Stockwerke (bis hinauf ins fuenfte!) und verschiedene Bueros, stattfindend in Teheran, einer Stadt, die sich nicht unbedingt damit auszeichnet, dass man angehem von einem Punkt zum naechsten kommt.

In der Tat, Teheran muss wohl von einem oekologischen Gesichtspunkt als urbanes Geschwuer bezeichnet werden: Die Bevoelkerung ist seit der Islamischen Revolution 1979 von 6 auf 17 Millionen angewachsen. Der Individualverkehr entwickelt sich ensprechend des (zumindest bis anhin) praktisch gratis zur Verfuegung gestellten Benzins ungehindert. Dabei spielt die Blechkiste namens Paykan eine nach wie vor zentrale Rolle: Bis vor ein paar Jahren praktisch das einzige Auto auf Irans Strassen, nach70erjahre-Plan produziert und ein Benzinverbrauch von 15 l auf 100 km, nicht bleifrei und ohne Katalysator. Ich hatte Kopfweh.

Teheran

Der Spiessrutenlauf hat ein zufriedenstellendes Ende genommen und ich antwortete auf die Frage, gestellt im fuenften Stock, was ich von Ahmedinejad halte mit: "Ach, wissen sie, ich interessiere mich nicht fuerPolitik. Ich bin hier um die Kultur und die Leute kennenzulernen."

Und so ging es dann auch weiter. Man muss hier dem ab den geschilderten Ereignissen zunehmend besorgten Leser oder Leserin auch berichten, wie wir beide mit einer unfassbaren Hilfsbereitschaft und Offenherzigkeit durch diese eher muehseligen ersten Tage im Iran gelotst wurden. In Teheran wurden wir von Afsaneh und Manoocheh (kinderlos, in their 40s) beherbergtund sie fuhren mit uns zu Gangsta Rap auf Volllautstaerke ueber die unendlichen Expressways der Stadt. Zum Znacht gabs Hamburger und Pizza, das verbotene Satellitenfernsehen brachte Videoclips und Frauengesang (streng verboten, hier), zum Fenster hinaus sah man das Gefaengnisareal, wo zur Zeit Kulturschaffende und Regimekritiker interniert sind, und die Frage, wieso Obama nicht endlich den Iran angreift, konnten wir offenbar nur unbefriedigend beantworten.
So wurde uns exemplarisch vor Augen gefuehrt,dass man durch Verbote Bedurfnisse und Traeume nur schueren kann aber in keinster Weise ausloeschen. (Ist es denn nicht geradezu unmenschlich, nicht tanzen zu duerfen?)

Afsaneh und Manoocheh

Unser Freund (name unbekannt), ebenfalls wie Afsaneh und Manoocheh im Zug getroffen, hat sich uns Kotzenden angenommen, wie wir wohl nur unsere Geschwister oder Kinder behueten wuerden. Und es faellt auf, dass diese Bruederlichkeit zu uns Europaern verstaendlich wird vor dem Hintergrund seines Schicksals im heutigen Iran und seinen Traeumen vom Auswandern. Dazu hat er allen Grund.
Paykan
Es faellt sowieso auf, wie oft es Leute sind, die nichts von der Islamischen Revolution halten, die uns ansprechen. Es sind diese, die gerade jetzt danach duersten, ihre Verstaendnislosigkeit und Wut auf das Regime einem Fremdem mitzuteilen. Es geht auch darum, klar zu machen, dass sie sich fuer ihr Regime schaemen. Gerade in den kurdischen Gebieten (rund um Sanandaj, siehe Route) verdrehen die Leute oft die Augen wenn sie vom islamistischen Regime sprechen, ja sogar wenn sie auf eine Moschee zeigen!

Na, ne Eisdiele, ja

Und, sehr bemerkenswert: Die Schweiz ist einfach nur gut (figurierte sie doch wiederholt als Vermittlerin fuer die kurdischen Anliegen, Micheline ist wohl auch noch im Gedaechtnis, oder zumindest die aktive schweizer Diplomatie in Teheran - vertritt die USA. Und das Wetterhorn, das Matterhorn und der Weissstrubel sind beliebte Motive, geradezu Idealbilder einer Landschaft in den Augen eines Bewohners eines ariden Hochlandes).


Und: die Minarettinitiative war noch nicht ein einziges Mal bemerktworden! Eben: aktive schweizer Diplomatie. (so, jetzt faehrt Lena weiter)


Nach zwei Wochen Velopause gehts dann endlich wieder los. Von Taebriz in den Sueden Richtung
Kurdistan.Wieder im Sattel zu sitzen tat gut, doch schon beim ersten tiefen
Erleichterungsseufzer endlich den hektischen Grossstaedten entflohen zu sein, fuellt sich
die Lunge mit ungefiltertem Abgas der unzaehligen Paykans, die ungebremst vorbeibrausen. Dennoch, sie sind nicht die schlimmsten Gefaehrten der iranischen Landstrasse. Schwere Lastwagen mit dem Auspuff auf der rechten Seite sind unsere besten Freunde; wenn dann auch noch der Pannenstreife fehlt, wird aus der gemuehtlichen Ueberlandtour eine recht angespannte Sache.

in Kordestan

Da tut es gut, wenn ab und zu ein Wagen haelt, die Teekanne auspackt wird und wir zu einer Pause eingeladen werden. Manchmal ists auch nur ein "Hello Mister, where are you from? Iran chube?", ein aendeschuetteln (natuerlich nur dem Manne, eine Frau beruehrt man nicht, ist es nicht die eigene...) und dann geht weiter. Oder, wenn zum Anhalten keine Zeit ist, werden wir vom Vorbeifahrenden Auto aus fotografiert oder gefilmt - immerhin, man hat einen Beweis in der Hand, heute Velofahrende Touristen gesehen zu haben.

Ist es schon Nachmittag und wir in der Naehe einer Stadt, kommt es auch vor, dass sie nicht
nur ein Foto von uns, sondern gerade der lebende Beweis mit nachhause bringen wollen, und wir somit fuer eine Nacht eingeladen werden. Ein Znacht auf dem ausgebreiteten Tuch auf dem Familienteppich, traditionelle Musik und Kinder, die uns azerischen Tanz vorzeigen moechten (fuer Kinder ist das Tanzen noch erlaubt), dann Fotosession mit der ganzen Familie und meist noch Fotos angucken von den letzen paar Jahren Familiengeschichte. Das ist alles sehr interessant und spannend, kriegen wir doch auf diese Weise einen grossen Einblick in die iranische Gesellschaft, deren alltaegliches Leben, Sorgen und Meinungen ueber ihr Land und System (welche die meisten Bekanntschaften offen und direkt heraussagen.)


Trotzdem tut es zwischendurch gut, sich einfach ins eigene Zelt verkriechen zu koennen, ohne Kopftuch und mit Fertigsaucen-Pasta im Bauch. Doch dafuer haben die meisten Iraner kein Verstaendnis; Gastfreundschaft auszuschlagen ist wohl nicht sehr anstaendig, aber manchmal unumgaenglich, will man einen Abend lang die westlich individuelle Einsamkeit geniessen.


In einem Restaurant selber bezahlen zu muessen wird in Kurdistan zur Ausnahme. Entweder uebernehmen das andere Gaeste mit denen wir ein paar Worte wechseln, oder, falls diese nicht vor Ort sind, erlaesst uns der Wirt selber die Kosten - da hilft auch vehementes Protestieren nichts.

So, langsam rumort der Bauch wieder und wir freuen uns auf den frischen Banaenmilchshake in der Eisdiele gleich ums Eck.

Moin aus Kermanshah.

Route Info
10.4. - 22.4.: Tabriz -  Kermanshah - Khoram Abad - Esfahan, 1100 km + 100 km in bus,  12 cycling days. Hilly to mountainous landscape. No big climbs, but rarely flat. Between Tabriz and Sanandaj all agricultural land, hard to find a good wild camping spot, the same between Kermanshah and Khoram Abad (decided not to ask for a bed in a village after stone throwing kids were attacking us). Better after Khoram Abad.
The joy of cycling strongly depends on traffic conditions and whether you have this nice extra lane at the side of the road all for yourself. Between Bukan and Sanandaj, very often this is not the case and traffic is horrible. Thus, cycling may be quite dangerous. Superb riding between Sanandaj and Kermanshah, before Khoram Abad and between Dorud and Esfahan.
10.4.: Tabriz to Lake Orumyieh, camping at its coast in Rahmanloo (turn off main road after ca. 85 km coming from Tabriz, before Ajabshir, right beside big petrol station, sign visible, 8 km to lake). We were offered to stay in a bungalow. Weird scenery. No food available. Water yes.
11.4.: to Miyandoab, invited to private house, but hotels are available. Good road, flat, nothing special.
12.4.: to Saqqez. moderately hilly landscape. 3 Hotels in Saqqez (need hard bargaining)
13.4.: to Divandareh. more hilly, climbs to over 2000 m (mind the season!), small and dangerous road, heavy traffic. (In order not to have to spend Lena's birthday on these roads, we took the bus from Divandareh to Sanandaj)
14.4.: Sanandaj - (before Kamiyaran). Great road, some passes to climb, less traffic, numerous roadside restaurants along the way. Camping near small village in a tree garden (we asked the owner before) 
15.4.: to Kermanshah. Great scenery, good road, mostly downhill after high pass before Kamiyaran. Nice and clean Azadi Mozafferkaneh with courtyard near Azadi Sq.
17.4.: Kermanshah - Nurabad. Less traffic after leaving the Kermanshah - Hamadan road. Nice scenery. Weird villages (stone throwing kids, everybody warned us of the dangerous people - we didn't know quite how serious to take it). Stayed in private house
18.4.: Nurabad - Khoram Abad. Again, quite nice scenery, especially before Khoram Abad. Invited to private house.
19.4.: Khoram Abad - Dorud. Heavy traffic on road, but mostly with that extra lane at the side of the road. 2 passes to climb. Mozafferkaneh in Dorud.
20.4.: Dorud - (near Aligudarz). Slowly climbing road. Camping some km after Aligudarz. Again, asked owner of land before.
21.4.: (near Aligudarz) - (near Daran). Ever more impressive landscape: Snowy Zagros mountain range along the road. High altitude: all over 2000 m. Camping hidden behind trees some 10 km after Daran.
22.4.: (near Daran) - Esfahan. One (slight) downhill streching over 100 km. Long ride into town, but relatively pleasant: straight road always follow the 'Esfahan'-sign.

Mittwoch, 31. März 2010

Er hat uns wieder


Zuerst hat es sinntflutartig geregnet und wir haben gedacht: kein Problem, der Berg Ararat ist ja gleich um die Ecke. Und dann begann es zu schneien und wir dachten erst: kein Problem, morgen fahren wir ja schon in den Iran, wo es Wüsten gibt und Hitze. Doch Achtung, haben wir uns gesagt: einer solch naiven Vorstellung wurden wir schon einmal bestraft (siehe hier) und wir besannen uns der geografıschen Gegebenheiten dieses Landes: dominiert von Hochplateaus, und bissige Winde von Russland her einfallend. Und wir dachten: Schön, dass uns durch das Reisen dieser relativierende Blick auf Stereotypen zuteil wird.

Aus Van, der Metropole im tiefsten Osten der Türkei.

Übrigens: Unter Route fındet ihr von nun an eine laufend akualisierte Karte unserer bisher gefahrenen Route.

Dienstag, 30. März 2010

Bilder aus der Osttürkei



Şanlıurfa mit der Abraham-Moschee. eine wunderschöne Stadt am Rande der Ebene, dıe südlich in die Jazeera Syrıens übergeht. nördlich davon lıegt der Atatürk-Stausee und dahınter begınnen dıe ostanatolıschen Bergzüge, wohın uns unser Weg brıngen soll... 


Aus der Weite Syrıens in Rıchtung anatolıscher Berge. Sind wir um 4 noch per Fahrrad unterwegs, laesst es dıe kurdısche Gastfreundschaft nicht zu uns vorbeifahren zu lassen. wır werden angehalten und nachhause eıngeladen; anschlıessend herzlıchst bewırtet mıt Gözleme (türkische Pfannkuchen), cay und frischem ayran direkt aus der Kuh oder der Zıege, je nachdem.

 
 teşekkürler Apo and aile
 
 

Unterwegs zum Nemrut Dagi, wo eın grössenwahnsınnıger Könıg ım ersten Jahrhundert v.Chr. rıesıge Steinstatuen auf über 2000 m.ü.M anbringen liess. Die Köpfe sınd mittlerweile von ihren Sockeln gefallen.

 

Und weıter ın dıe Berge Rıchtung Malatya, wo wır übrigens schon vor eınıgen Tagen angekommen sind und nun per Zug nach Van weıtergereıst sınd. 

Lieber Gruss von
und ihrem Windschattenbereiter.

Route Info

22., 23. 3.: 180 km from Sanlıurfa to Damlacık at the foot of Nemrut Dagı. Pleasant road from Sanlıurfa to the larger road before Adıyaman. We stayed overnıght at a famıly's home where we were ınvıted. If the same does not happen to you, you mıght have to ask somewhere on the way to pıtch your tent or stay ın a mosque, whıch ıs possıble, sometımes.  Otherwıse prepare for a longer rıde from Sanlıurfa to Adıyaman (110 km) where you wıll fınd plenty of hotels. Don't mıss out on the valley at the foot of Nemrut, called Kommagene ın ancıent tımes: offers some attractıons that are really worthwhıle vısıtıng (Roman brıdge, Arsemıa,...) and the romantıc contrysıde offers a nıce contrast to the vast open around the Atatürk Barraji. There are campgrounds ın Damlacık and Arsemıa.
24.3.: Damlacık - Nemrut Dagı vıa Arsemıa (18 km, ca. 1800 m clımbıng to top). Absurdely steep road (1st gear all the way to top) but absolutely recommendable (you save some 50 Euros by avoıdıng the organızed tours and to reach thıs mystıc spot by bıke ıs a great adventure)
25.-27. 3.: Damlacık to Malatya (210 km). We took the small, dırect but hılly road from Adıyaman vıa Celıkhan to Malatya. No hotels ın Celıkhan. Orıgınally we planned to take the small road from Celıkhan vıa Cat Barajı and across another pass (ca 2000 m) to Malatya. But we were advısed not to do so, because the road was closed to traffıc, presumably due to wınter-lıke condıtıons. But try thıs later ın the year, the bıg road ıs borıng and the mountaıns south of Malaya are ımpressıve.
28.3.: Traın rıde wıth Van Gölü Ekspresı to Tatvan. Cheap, comfortable, absolutely no problem wıth bıcycles (freıght wagon) but takes quıte some tıme (5 hours late and took some 12 hours to Tatvan).

Sonntag, 21. März 2010

Geschehnisse in der Türkei und Syrien

Im Suq von Aleppo

Manchmal gechieht hier um einen und man weiss gar nicht so recht wieso und
was überhaupt. Wir sitzen in Sanliurfa und geniessen das übliche und
reichhaltige kavatli (Frühstück). Nebenan ein Wortgefecht, das wir nicht
verstehen. Der Wirt deutet uns irgendwas an mit einer Banknote. Will er
wechseln? Ein paar Gesten spaeter bleibt die einzige plausible Folgerung, dass der Wortfechter für uns bezahlt hat. Dieser zündet sich eine Zigarette an und verlaesst das Lokal ohne sich umzusehen. Worte fehlen um nachzufragen.


Die Sorge um das eigene Schicksal wird uns auch abgenommen wenn wir am
Strassenrand irgendwo in der Weite zwischen Raqqa in Syrien und der Grenze
zu der Türkei noerdlich davon stehen. Mit der Hoffnung von einem
vorbeifahrenden Laster fur ein Stück mitgenommen und vom Kampf gegen den
erbarmungslosen Gegenwind erloest zu werden. Ein erster Wagen haelt. Drei
Maenner – sie sprechen nur arabisch – nehmen unser Anliegen in die Hand.
Nicht viel spaeter laden wir die Velos auf einen Laster, obwohl sich der
Fahrer nur maessig daran zu freuen scheint. So brausen wir durch die
künstlich begrünte Wüste. Die Himmelsrichtung scheint zu stimmen. Nach
gefuehlten 50 km zeigt jedoch ein Wegweiser in die Richtung der
abzweigenden Strasse , wir gestikulieren, fahren aber weiter bis die Velos
allzu rüde herumgeschleudert werden. Hier nehmen wir unser Schicksal
wieder in die Hand und deuten an, damit wir die Velos richten koennen.
Angehalten. Doch scheint das das Ende unserer Befoerderung gewesen zu
sein, denn die Velos werden nun abgeladen und der Laster führt seine Fahrt
fort - ohne uns. Auch recht, wir nehmen unser Schicksal auch so gerne
wieder in die eigene Hand und setzen unsere Fahrt auf dem Velo fort. Doch
so ganz scheinen wir nicht auf uns allein gestellt zu sein. Ein weisser
Jeep taucht immer wieder von hinten auf, passiert uns und wartet an der
naechsten Abzweigung. Drei Maenner in Uniform und grimmigen Gesichtern.
Nichts weiteres deutet auf eine Gefahr für uns hin und so finden wir uns
mit unserer Beschattung ab. Doch was ist deren Ýnteresse? Am Wegrand eine
Schafherde fotografierend, stellen sie uns. Fotoapparat, Pass – wird nun
alles konfisziert und wir abgeführt? Ob wir im Auto bis zur Grenze
mitgenommen werden wollen? – Nein, danke. Aber folgen tun sie uns
weiterhin. So koennen wir sie nach dem Weg fragen, sie speisen zu unserer
Seite einen Kebap, sonst halten sie sich verdeckt und folgen uns
schliesslich bis zur Grenzstation und nehmen uns den Pass hinter dem
Zollschalter ab.




Khalal at Djabr auf dem Euphrat Stausee und unterwegs zwischen Aleppo und Raqqa

So geschieht es um uns und wir haben dabei eigentlich nur gute Erfahrungen
gemacht. Du fragst auf der Strasse jemanden, der versteht nicht, holt den
Kollegen, der etwas Englisch kann, dieser fürht dich zu jemanden, der dir
das gewünschte Ding oder Dienst besorgen kann. Dies kann gegebenenfalls
auch erst bei der dritten so kontaktierten Person (Mann) erfolgreich sein.
Eventuell wird dann noch ein Laufbursche dazugezogen, der das Ding
irgendwo abholt. Doch schlussendlich,  und das ist fast eine Regel, ist
man bedient. Man versteht dazwischen kein Wort und wird vielleicht nervoes
weil die Sonne untergeht und der erfragte Dienst eine
Übernachtungsmoeglichkeit und Verpflegung ist. Doch – Ýnshallah – es kommt
wie es soll und wir schlafen in der Moschee, wohlgenaehrt vom Nachbar des
Lehrerpaares, das uns den Platz vermittelte und uns daraufhin bei einem
Kaffee türkische Volkslieder vorgetragen hat. So geht das.


Routenınfos
16.3.: Aleppo - Khalat at Djabr. Good road and nıce wınd from behınd = 180 km
17.3.: Khalal at Djabr - Raqqa. 60 km
19.3. Raqqa - Akcakale (Turkey).
20.3. Akcakale - Sanlıurfa.
Generally good roads, especıally ın Syrıa, and nıce for cyclıng. In the flat, always mınd the wınd. For us ıt made a dıfference of 50 km to 180 km dependıng on wınd condıtıons.

Das Korkut Minarett zu Antalya


Manch ein guter schweizer Christ mag sich schon gefragt haben, was mit unseren Kirchtürmen passiert, wenn die Muselmaenner unser Land vollends unterwandert haben. Wüssten unsere Kirchtürme von der Geschichte des Korkut Minarettes zu Antalya, so würden sie wohl erzittern, dass die Glocken laeuten.
Das oben abgebildete naemlich figurierte ebenfalls als Kirche, bis dass die Seldschuken im Mittelalter aus ihren Bausteinen eine Moschee formten. Doch dies waehrte nicht lang - was unsere Kirchtürme beruhigen mag. Der zypriotische König Petrus I erloeste die Steine von diesem Fluch und gab ihnen die Formvollendung als Kirchturm zurueck. Doch die besorgten Kirchtürme, die diese Zeilen lesen, mögen sich zu früh gefreut haben, denn erneut wurde daraus unter Regentschaft Prinz Korkuts (1470-1509) eine Moschee mit Minarett gebaut, worauf dann der Allmaechtige so erbost war, dass Flammen den oberen Teil des Minaretts zerstoerten.

Schön, dass uns das Reisen diesen heilsam relativierenden Blick auf die Vergaenglichkeit beschert.

Montag, 15. März 2010

muz var in der Suedtuerkei


Wir sitzen nun schon seit geraumer Zeit im Sattel und lassen uns nach Osten tragen. Ein staendiges Ziehen hat sich eingestellt. Ein Ziehen nach der Groesse der Welt, die hinter jeder Biegung zu liegen scheint, von einem hohen Pass aus scheint sie ergreifbar nah, doch faehrt man in sie hinein, weicht sie aus hinter den naechsten Huegeln. Die richtige Groesse, die in jedem kleinen Ort liegt, oeffnet sich nur den Bleibenden, die die Details und Bekanntschaften aufnehmen koennen. Uns lockt die Groesse der Weite. Verweilt man einen Tag am selben Ort, erscheint  es schon als seine Ewigkeit . Eben Vergangenes  liegt nach Kurzem erstaunlich weit zurueck.



Jeden Morgen gewohnt den Blick suchend schweifen lassen -   und meist sin des dann die Fahnen vor einer Tankstelle oder die allgegenwaertige rote Fahne mit weissem Halbmond und Stern, welche einem verraet, ob es ein schneller oder ein harter Tag wird. Rueckenwind, Segen aller Veloreisenden. Dann losfahren, die Strasse unter sich ziehen lassen. Weiter, weiter.


Der Suedkueste entlang; traumhafte Landschaften, zerklueftete Steilkueste, Sandbuchten, bluehende Obstbaeume, gruene Mandelstraeucher, Schneeberge dahinter. Beim Fruehstueck tummeln sich Delphine vor uns im Wasser. Wo es das Gelaende zulaesst schiessen Feriensiedlungen und Hotelkomplexe aus dem Boden. Adria-Gefuehle kommen hoch. Auch kleine Doerfer im steilen Gelaende klettern seit 10 Jahren den Haengen nach in die Hoehe. Wohnhaeuser unterscheiden sic h unter anderem dadurch von Ferien haeusern, dass letztere  ein fertig gebautes Dach besitzen, waehrend aus den Wohnhaeuserdaechern meist Betonpfeiler und Armierungseisen ragen; dies fuer den Fall, dass wegen Familienzuwachs oder der sich veraendernden finanziellen Lage ein weiteres Stockwerk  angebaut warden soll. Trifft weder das eine noch das andere ein, warden die Armierungseisen dann manchmal zur Pergola umfunktioniert. Wieder andere Regionen sind von Gewaechshausern  und Bananenplantagen bedeckt. Kein Quadratmeter bleibt ungenutzt. In groesseren Orten wird man deutsch angesprochen, in kleineren englisch und sobald man sich von der Kueste entfernt muessen wir uns wieder mit den wenigen angeeigneten tuerkischen Woertern zurechtfinden.

Eindruecke: Schwierig, eine unbekannte Gegend vorbeifahrend  in allen ihren Eigenschaften zu erfassen. Nicht Bekanntes   wird oft gar nicht wahrgenommen. Vertrautes wird erfasst und eingeordnet, Unbekanntes zieht ungesehen vorueber. Dringt dennoch etwas Neues bis zu uns, wirkt es verwirrend.

Der oeffentliche Raum ist maennlich. Frauen sieht man zwar viele, jedoch gehen sie alle irgendwelchen Komissionen nach, ihr Aufenthaltsort ist aber weder die Strasse noch das Teehaus. In den Doerfern ist das letztere ausdruecklich fuer die Maenner reserviert, Frauen sind nicht willkommen.

Die zwischenmenschliche Begegnung und Verstaedigung ist etwas vom Spannendsten und gleichzeitig vom Schwierigsten ueberhaupt. Der gegenseitigen Sprache nicht maechtig, muss auf Zeichen- und Gestensprache ausgewichen warden, was die Verstaendigung nicht einfacher macht ohne die Gesetze der Hoeflichkeit zu verletzen. Soll die Einladung angenommen werden?  Was wird ernst gemeint, was ist blos Hoeflichkeitsfloskel? Sollte Blicken, die zu erwidern zuhause spannend waere, ausgewichen warden? Zeichen und deren Bedeutung koennten versehentlich missverstanden werden. Klar, wir haben und dies in der Kuestenregion umso mehr, den Touristenbonus; die Anforderung Zeichen richtig zu verstehen sinkt je grosser der Ort ist in dem man sich aufhaelt.

Durch spontane Einladungen hatten wir Einblick in die tuerkische Privatwelt. Sowohl in der laendlichen Familie als auch im tuerkisch-deutschen Haushalt haben wir eine grosse Herzlichkeit erfahren. Und im Gegensatz zur Strasse ist das Haus der weibliche Raum. So spuerte ich jeweils auch sofort eine Solidaritaet, die mir von der Frau eintgegengebracht wurde, sobald wir in ein Haus aufgenommen wurden. Die Frauen hier  - die Maenner dort. Ich darf bei den haeuslichen Handgriffen helfen und werde so zur Komplizin.

Um (u.a.) unsere Reifen zu schonen, nahm uns der Bus mit bis nach Aleppo.

Route Info
5 days from Fethiye to Antalya, total ca. 320 km.
Great scenery but horrible pavement throughout the entire road. Except for the parts between Fethiye and Kalkan as well as Kemer and Antlaya, the road constantly goes up and down, no easy rolling! Due to the really cruel pavement (coarse surface, constantly shakıng and extreme rollıng frıctıon) thıs ıs not the prıme destınatıon for a cyclıng trıp ın turkey, although the seasıde scenery and medıterranean landscape ıs awesome. Consıder, that most roads are lıke thıs ın Turkey. You can avoıd thıs by takıng some secondary roads where possıble. We recommend to take the small road from Mavıkent (near Kumluca) to Cavus and Olympos, where the road has nıce surface and no traffıc. From Olympos the small road clımbs some 300 m to joın the maın road agaın. Maybe you can try the small road from Kumluca to Antalya on the backsıde of the coastal mountaın range.

5 days from Alanya to Silifke, total ca. 280 km.
Agaın, very hılly road. An average day for us was about 60-70 km and roughly 1000 m clımbıng. But here, the surface ıs fıne and the road has surprısıngly low traffıc. Don't mıss thıs road! Mınd, that the road ıs undergoıng constructıon and wıll soon (maybe ın some years from now) be turned ınto another terrıble turkısh road-nıghtmare (coarse surface). We took the bus from Antalya to Alanya whıch we are not regrettıng a bıt (huge hotels everywhere). From Sılıfke we took the bus to Aleppo ın Syrıa, agaın and are not really regrettıng ıt neıther. The plaıns between Mersın and Iskenderum are borıng. However, ıt may be nıce to cycle from Antakya to Aleppo.

You wıll fınd small restaurants everywhere along the way. There are Hotels ın Fethiye, Kalkan, Kas, Demre, Fınıke and Olympos, thus ıt ıs not necessary to brıng your own campıng gear, however we recommend to do so, because you can save a lot of money and people wıll mostly allow you to camp. We usually asked ıf we can camp rıght besıde a road sıde reastaurant. Maybe ın hıgh season (may-september), thıs wıll be more dıffıcult. Between Alanya and Sılıfke, hotels are sparse and we recommend to brıng campıng gear. Also here, ıt was easy to fınd nıce spots at the beach. Always try to stay near a house where people are ınformed about you stayıng there, otherwıse you mıght be bothered by people (or even more) ınstead of spendıng a good nıght,s rest!